Jobcenter Landkreis Rotenburg (Wümme)

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Wegweiser

Wegweiser für vorrangige Leistungsansprüche

Das Arbeitslosengeld II (umgangssprachlich auch: Hartz IV) stellt eine nachrangige staatliche Fürsorgeleistung dar, die im Hinblick auf die Bestreitung des Lebensunterhaltes das Existenzminimum sichern soll.

Vor der Inanspruchnahme von Arbeitslosengeld II ist daher zu prüfen, ob der Lebensunterhalt mittels anderweitigen Versicherungs- oder Sozialleistungen gedeckt werden kann. Ist dieses der Fall, kommt insoweit die Gewährung von Arbeitslosengeld II grundsätzlich nicht in Betracht.

Als dem Arbeitslosengeld II vorgehende Leistungen sind insbesondere anzusehen:

Wohngeld (Sozialamt)

Sie können einen Anspruch auf Wohngeld geltend machen, wenn Ihnen aufgrund Ihrer Einkommensverhältnisse die Sicherung Ihrer Wohnung/Ihres Hauses finanziell nicht möglich ist. Um ein angemessenes und familiengerechtes Wohnen wirtschaftlich zu sichern, können Sie daher als Mieterin bzw. Mieter einen sogenannten Mietzuschuss oder als Eigentümer einen sogenannten Lastenzuschuss erhalten.

Bitte beachten Sie, dass der gleichzeitige Bezug von Wohngeldleistungen und SGB II-Leistungen grundsätzlich ausgeschlossen ist.

Eine Ausnahme hiervon bildet das sogenannte Kinderwohngeld. Ein Anspruch auf Kinderwohngeld kann geltend gemacht werden, wenn der Lebensunterhalt für Ihr Kind mittels dieser Leistungen (zuzüglich Kindergeld, Kinderzuschlag und ggf. Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz) sichergestellt werden kann.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Sozialamt (Wohngeldstelle) des Landkreis Rotenburg (Wümme).

Kinderzuschlag (Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit)

Sofern Sie mittels Ihrer Einkommensverhältnisse Ihren Lebensunterhalt sicherstellen können, aber den Lebensunterhalt Ihrer Kinder nicht bestreiten können, kann Ihnen die Familienkasse (angesiedelt bei der Agentur für Arbeit) einen sogenannten Kinderzuschlag für Ihre Kinder gewähren. Dieser kann an Alleinerziehende oder Elternpaare für deren unverheiratete, im Haushalt lebende Kinder, die ihr 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gewährt werden.

Kinderzuschlag wird von der Familienkasse nur dann gewährt, sofern mittels dieser Leistung (zzgl. Kindergeld, ggf. Unterhaltsvorschuss und Wohngeld) das Existenzminimum des jeweiligen Kindes gesichert ist.

Für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Familienkasse.

Unterhaltsvorschuss (Jugendamt)

Das Jugendamt kann Ihnen eine Unterstützungsleistung als sogenannten „Unterhaltsvorschuss“ gewähren, wenn Sie eine alleinerziehende Mutter oder ein alleinerziehender Vater sind und gemeinsam mit einem Kind bzw. mit mehreren Kindern in einem Haushalt leben und Sie für dieses Kind/für diese Kinder keine Unterhaltszahlungen vom anderen Elternteil erhalten. Der Unterhaltsvorschuss nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) wird für Kinder gewährt, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Darüber hinaus kann ein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bestehen, wenn das Kind keine Leistungen nach dem SGB II bezieht oder durch die Unterhaltsleistung die Hilfebedürftigkeit des Kindes nach § 9 SGB II vermieden werden kann oder der Elternteil, bei dem das Kind lebt, mit Ausnahme des Kindergeldes über Einkommen in Höhe von mindestens 600,00 € verfügt, welches bei der Leistungsberechnung nach dem SGB II zu berücksichtigen ist.

Sollten Sie trotz des Bezuges von Unterhaltsvorschuss Ihren und den Lebensunterhalt Ihrer Familie nicht sichern können, können Ihnen aufstockend SGB II-Leistungen gewährt werden.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Jugendamt des Landkreis Rotenburg (Wümme).

Arbeitslosengeld I (Agentur für Arbeit)

Wurde Ihnen Ihre Erwerbstätigkeit durch Ihren Arbeitgeber gekündigt oder haben Sie selbst Ihre Erwerbstätigkeit gekündigt, können Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I bei der Agentur für Arbeit geltend machen. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld I kann insbesondere geltend gemacht werden, wenn mindestens zwölf Monate Versicherungsbeiträge zur Arbeitslosenversicherung in einem Zeitraum von zwei Jahren vor dem Tag des Eintritts der Arbeitslosigkeit gezahlt wurden.

Sollten Sie trotz des Bezuges von Arbeitslosengeld I Ihren und den Lebensunterhalt Ihrer Familie nicht sichern können, können Ihnen aufstockend SGB II-Leistungen gewährt werden.

Für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Agentur für Arbeit.

Krankengeld (Krankenkasse)

Sollten Sie aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig sein und können Sie aufgrund dieser Arbeitsunfähigkeit Ihre Erwerbstätigkeit nicht ausüben, können Sie einen Anspruch auf Krankengeld gegenüber Ihrer zuständigen Krankenkasse haben. Diese Entgeltersatzleistung kann allerdings erst nach dem Ablauf des Lohnfortzahlungszeitraums (sechs Wochen) Ihres Arbeitgebers gezahlt werden.

Sollten Sie trotz des Bezuges von Krankengeld Ihren und den Lebensunterhalt Ihrer Familie nicht sichern können, können Ihnen aufstockend SGB II-Leistungen gewährt werden.

Für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Krankenkasse.